Allen vergessen. Sie beciferten sich, dem Kranken auf jede Weise ihre Liebe und Theilnahme zu beweisen, und kamen endlich so weit, daß sie sogar über die Abenteuer, welche Gabriel in der Residenz mit den Affen und Papageien erlebt hatte, scherzen konnten. Der Vater ließ sich die Schildkröte zeigen, und betrachtete sie neugierig von allen Seiten.
„Wunderlich! Recht wunderlich!" sagte er lächelnd. „Daß der Onkel über Gabriel in Zorn gerieth, kann ich mir leicht erklären, da ich ja weiß, wie sehr sein Herz an seinen Thieren und Gcwürmcrn hängt, und wie er alles Andere darüber vergißt. Aber wie er dazu kommt, dem Gabriel ein so seltsames Geschenk zu machen, und das mitten im Ausbruche seines Zornes, das ist mir ein völlig unerklärliches Räthsel. Es muß mit der Schildkröte nothwendig eine eigene Bewandtniß haben! Besinne dich einmal, Gabriel, ob der Onkel dir nicht den Schlüssel zu dem Räthsel gegeben hat."
„Nein, Vater, gewiß nicht, denn ich war über die Schildkröte eben so verwundert wie du," entgcgnetc Gabriel. „Der Onkel rief nach der Schildkröte, der schwarze Nero gab sie mir in die Arme, und dann stieß er mich sammt ihr aus dem Hause auf die Straße hinaus. Ich weiß nicht, was wir mit dem Dinge sollen."
Der Vater betrachtete das Geschenk von allen Seiten, klopfte mit dem Finger daran und untersuchte den Silberbeschlag ganz genau, um zu sehen, ob er sich vielleicht öffnen ließe. Aber nein, Alles war fest vernietet, und nirgends zeigte sich eine Spur von einer Oeffnung.
„Nun," sagte er, „es ist eben ein wunderliches

