mit ihrer Weisheit am Ende. So verging eine Woche und noch eine. Da kam Minchen eines Tages strah­lend vor Freude in das Zimmer, hielt einen großen, mit fünf Siegelii versehenen Brief in den Händen, schwenkte ihn hoch über ihrem Haupte, und rief mit einem unbeschreiblich vergnügten Lächeln:Rathe, Vä­terchen, was ich hier halte!"

Rarrenspvssen!" rief der Vater.Laß mich in Frieden, liebes Kind. Du kannst dir wohl denken, daß ich nicht zu Scherzeil aufgelegt bin."

Ei, ich mache auch keinen Scherz," sagte Minchen

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Nun, so laß uns einen Theil unserer Möbel ver- kaufen," sagte die Mutter weinend.Ich kann es nicht mit ansehen, daß du so hinsiechst, während ich weiß, daß die Badereise dich gesund machen würde!"

Auch die Möbel gehören nicht uns, so lange der Wechsel unbezahlt ist," entgegnete der Vater.Bevor diese Angelegenheit nicht ganz im Reinen ist, rühre ich von unserem gaiizen bisherigen Eigenthum kein Stück an und gebrauche nichts, als was eben zur Leibes Nah- rimg und Nothdurft hinreicht. Und damit Punktum, Mutter. Mach' niir den Kopf nicht warm!"

Hierauf mußte die Mutter wohl schweigen, und doch kam ihr die Badereise nicht aus den Gedanken, auch schon deßhalb nicht, weil der Doctor alle Tage und alle Tage wieder davon anfing. Sie miistertc ihr Schmuckkäst­chen, in welchem sie von alten Zeiten her einige Klei­nodien aufbewahrte. Aber die paar Ringe waren ja kaum zehn Thaler werth, und die konnten iiichts nützen. Seufzend schob sie den Kasten wieder zu, und war nun