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Bruder nicht zu erkennen zu geben, sondern möglichst ein Zusammentreffen mit ihm zu vermeiden.

Indeß das menschliche Herz ist ein veränderlich Ding. Kaum hatte Nero das Zimmer verlassen, so wendete der Professor sein Augö wieder nach der Hol- lunderlaube hinüber, und bei deni Anblick seiner Nichte vergaß er auf einmal alle gefaßten Entschlüsse und Vorwürfe. Minchen war ja ganz unschuldig an allen den Unannehmlichkeiten, die ihn betroffen, er freute sich ihrer Häuslichkeit, ihres unermüdlichen Fleißes, ihrer zärtlichen Sorgfalt für den Vater. Und nun kam auch dieser in den Garten blaß, matt, abgezehrt, ein Bild der Schwäche und Kränklichkeit. Das Herz des Professors wendete sich um, als er den Bruder sah, der das letzte Mal, als er zum Besuche in der Resivenz war, so frisch und gesund ausgesehen, daß er ihn jetzt nicht einmal wieder erkannt hatte. Der Himmel mag wissen, wie es zuging' aber der Professor fühlte auf einmal, daß er seinen Bruder, der ihm in seiner Ju­gend ein so großes Opfer gebracht, indem er den Na­men mit ihm gewechselt, doch herzlicher liebte, als alle Marikinas in der Welt, und er bereute es, seinen Neffen Gabriel junior so schnöde behandelt zu haben. Er sah auf einmal ein, daß Nero ganz recht hatte, und daß der arme Junge, der Gabriel, im Grunde doch ganz unschuldig am Tode des Marikina war. Er mußte sich ja doch gegen den Pavian wehren, konnte sich doch von der Bestie nicht ohne allen Widerstand mauschcl- liren und zerkratzen lassen!

Wie dumm, wie dumm!" murmelte der Professor halblaut vor sich hin.Hätte ich doch damals lieber mir selber eine Ohrfeige gegeben, als den Jungen zum