wackeren Kinder, Vater? Nein, nein, murren dacht dn mir nicht, lieber Alter, sondern mußt vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Unsere Güter nimmt uns Gott, aber "das Theuerste bleibt uns, unsere Kinder und ein reines Bewußtsein! Dn, der du so traurig und niedergeschlagen bist, möchtest dir wohl mit Ledcr- mann tauschen, der triumphirend auf uns herab- blickt?"
„Nein, Mutter, Gott behüte und bewahre mich davor," rief der Vater ein wenig erheitert aus. „Wahrlich, an Ledermanns Stelle möcht' ich nicht sein, und wenn sein Reichthum doppelt so groß wäre! Wenn sein Gewissen auch jetzt schlummert — einst wird es doch aufwachen und ihn schlagen, wenn er mich sieht und sich sagen muß: „dieses Mannes Unglück hast du herbeigeführt, aus schnöder und ungerechter Rachbegierde! Nein, tausend Mal lieber Armuth bei reinem Bewußtsein, als Reichthum mit bösem Gewissen! Mit Ledermann möcht' ich nicht tauschen, selbst wenn..
„Still, Vater!" siel die Mutter ihrem Manne jetzt rasch in's Wort. „Wenn man vom Fuchse spricht, ist er nicht weit. Da kommt eben der Nachbar Ledermann! Gott, was mag er wollen?"
„Das werden wir sogleich hören," sagte der Vater und öffnete die Stubenthür. „Nur hier herein, Herr Nachbar — Sie finden uns hier Alle beisammen, die Sie unglücklich gemacht haben."
Trotz seines verhärteten Gewissens erschrak Meister Ledermann doch ein wenig, als Herr Hochland senior ihm seine Heimtücke so geradezu in's Angesicht schleuderte. Doch faßte er sich sogleich wieder und antwortete: „Nun, nun, Herr Nachbar, nicht gleich so hitzig!
Unverhofft kommt ost. o

