bcn, und da insbesondere dieser Inhalt einer ganz frein ^ den Person gehört, wie die Aufschriften dieser Briefe bezeugen, fo nehme ich hiermit kraft meines Amtes die achtzehn Couverts in Beschlag, um selbige in geziemender Weise dem rechtmäßigen Eigenthümer zuzustellen!"
Jetzt war es vollends mit der Fassung Ledermanns vorbei. Wie gelähmt saß er auf seinem Stuhle, und hatte nicht die Kraft, dem Auktionator zu wehren, als dieser kaltblütig die Briefe zusammenraffte und seincni Schreiber übergab. In Herrn Gabriel senior aber, der bisher vor Staunen ganz wie versteinert dagestanden, kam jetzt auf einmal Leben und Bewegung.
„Herr!" rief er dem Auktionator zu — „liebster, bester Herr, lassen Sie mich die Briefe nur einen einzigen Augenblick genauer anschauen!"
Der Auktionator reichte sie hin, und kaum hatte Herr Gabriel senior einen Blick darauf geworfen, so schrie er laut auf: „Mutter — Gabriel — Minchen herbei! Mein lieber Bruder ist gerechtfertigt, und anstatt ihn zu schelten, müssen wir in Demuth bekennen, daß wir großes Unrecht gegen ihn begangen, indem wir seine edle Absicht so dumm und schnöde verkannten! Gabriel — jetzt ist das Räthsel der Schildkröte gelöst! In ihrem Bauche trug sie die Zinsen für Haus und Garten von achtzehn Jahren her, und diese — die ganze Summe von über zwölfhundert Thaler hat mein gütiger, großmüthiger Bruder uns geschenkt. O, Wilhelm, theurer Bruder, warum bist du nicht hier, daß ich dich umarmen, daß ich dir danken kann!"
„O, der gute Onkel!" rief Minchen — „wäre er mir hier, ich wollte so lange auf den Knieen vor ihm

