doch mußte sie versprechen, keinem Menschen auf der Welt eine Silbe davon zu verrathen.

Als sie sich mit einander eine Weile an dem Berge von Goldmünzen, der nun ihnen gehörte, ergötzt hatten, fing die Frau an, Stück für Stück von dem Golde zu zählen. Aber Ali Baba lachte und sagte, das könne sehr lange dauern, ehe sie mit dem Zählen fertig würde. Da gäbe es viel Nöthigeres zu thun, nämlich im Garten ein großes Loch zu graben, um das Gold darin zu ver­bergen und mit Erde wieder zuzudecken, damit es ihnen nicht wieder gestohlen werden könne. Die Frau wollte aber durchaus wissen, wie reich sie beide jetzt seien. Wenn sie das Geld nicht zählen sollte, so wollte sie es wenigstens einmal messen, um zu sich sagen zu können: So und so viele Metzen Dukaten besitzen wir jetzt. Sie ließ sich von diesem Wunsche nicht abbringen, sondern lief zn ihrem Schwager Kassi m, um sich von dessen Frau ein Maß zu leihen.

Kassim's Frau war neugierig. Während sie das Maaß herbeiholte, fiel ihr ein, sie möchte doch wissen, was die armen Leute zu messen hätten. Sie strich deshalb etwas Talg an den Boden der Metze und dachte, daran möchte vielleicht etwas von dem hängen bleiben, was Ali Baba zu messen hätte. Diese List glückte ihr apch. Als Ali's Frau ihre Dukaten maß, wurden es vierzig Metzen voll. Darüber war sie so voll Freude, daß sie auf gar nichts achtete, als sie das MaaßzuKassim zurück trug.

Kassim's Frau aber, als sie wieder allein war, sah gleich nach der Stelle am Boden der Metze, wohin sie den Talg gestrichen hatte, und bald wäre sie vor Er­staunen umgefallen,- als sie ein Goldstück dort kleben sah. Denn wie konnte dies anders dorthin gekommen sein,