und wann in ihren Wohnungen zusammen zu kommen, und sich in aller Herzenseinfalt über ihre Pflichten gegen Gott zu unterhalten. Das Evangelium war ihre Bibliothek, das innere Licht ihr Predigerberuf."
„Reich an geistiger Veredlung aber nicht mit viel äußerlichem Gut, brach dieser kleine Haufe auf, um sich in das ferne Westland zu begeben. Ihre innere Heimath bestand aus blühenden Gärten, ihre äußere Heimath gründeten sie in der Wildniß. Sie waren arbeitsam und mäßig und Alles gedieh unter ihren Händen. Aber Abenteurer verschiedener Art/ die keine Scheu vor dem Gesetz der Ehre und den Gebeten Gottes hatten, drangen gleich Wölfen in ihre Gehöfte, und beraubten sie des Ihren mit List und Gewalt. Die kleine Eolonic praktischer Christen sprach mit milden Vorstellungen gegen ihre Frevelthaten und vergalt dieselben mit Güte und Wohlwollen. Ja, sie sagten offen: „Ihr mögt uns Böses anthun, wie Ihr wollet, wir werden euch nichts Anderes als Gutes dafür erweisen! Rechtskundige Männer kamen in ihre Nähe und erboten sich, ihre Streitigkeiten auszumachen. Sie erwiederten: „Wir bedürfen Eurer nicht!" — „Was wollt ihr aber thun," fragte man sie, „wenn die Schurken eure Scheunen anzünden und Eure Ernten stehlen?" — „Dann werden wir Böses mit Gutem vergelten. Wir glauben, daß dies die höchste Wahrheit und demnach auch der beste Ausweg ist!"
Als die Schurken dies erfuhren, schien eö ihnen ein guter Scherz und sie sagten und thaten Vielerlei, uni die frommen Leute zu reizen, was sie für witzig hielten. Sie nahmen zur Nachtzeit die Schlagbäume weg und ließen ihre Kühe in die Kornfelder der Frommen. Diese beseitigten die erlittenen Beschädigungen, so gut sie konnten, brachten die Kühe in ihren,Viehhof und führten sie Abends zu ihren Eigenthümern, indem sie sanftmüthig sprachen: „Nachbar, Eure Kuh ist auf meinem Felde gewesen. Ich habe sie zwar den Tag über ge-
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