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strahlte vor Entzücken, wenn er sie belobte, und über ihre oft etwas wunderlichen Einfälle erfreut schien. Sie verdiente auch, so jung sie noch war, doch schon einiges Geld, denn sie verstand mit ganz besonderem Geschick Arbeiten von Roßhaaren zu machen, Armbänder und Ketten, und verkaufte ihre Waare stets mit vielem Glück, denn Niemand konnte dem Kinde seine freundliche Bitte abschlagen, und sie bekam oft doppelt so viel, als sie für ihre Arbeit gefordert hatte. Von diesem Erwerb machte sie manchmal eine kleine Ausgabe für Julius, alles übrige aber verwahrte sie mit einer gewissen Heimlichkeit in ihrer thönernen Sparbüchse. „Mir gefällt das nicht an Waldine," meinte die Pflegemutter kopfschüttelnd, „Kinder dürfen nicht so ängstlich auf's Sparen bedacht sein, ihnen steht es noch wohl an, unbekümmert aus Gottes Hand zu erwarten, was sie dürfen, gleich den Lilien des Feldes, die nicht spinnen und weben, gleich den Vögeln unter dem Himmel, die nicht in die Scheunen sammeln. Und daß sie so versteckt thut, ist gewiß ein schlimmes Erbtheil von der listigen Frau, die ihre Mutter zu sein schien. Mochte sich der Hang zur Heimlichkeit nur nicht noch stärker in dem Mädchen ausbilden!"
Auguste war wie immer, so auch jetzt, Waldinens eifrigste Fürsprecherin, und die Mutter ließ sich beruhigen. Aber eines Tages wurde sie auf's Neue betroffen über das Benehmen der Kleinen. Sie fand diese in dem Kämmerchen neben der Stube, worin Julius sonst, so lange es nicht gar zu kalt war, zu schreiben und seine Schulaufgaben zu lernen pflegte; dort saß sie in einem Winkel zusammen gekauert, und zählte ihren Sparschatz. Als sie Jemand kommen hörte, versteckte sie das Geld schnell unter eine alte Decke, die am Boden lag, und schien eifrig damit beschäftigt, eine keine Zeichnung zu betrachten, die an der Wand hing. An demselben Tage kam eine arme Frau, die durch Ueberschwemmung all' ihr bischen Habe verloren hatte, und bat so herzbeweglich um Hülfe, daß die Malerswittwe ihr einen

