er sich seines ehrlichen Gewerbes schämt, und es den Vornehmen an Pracht und Ueppigkeit zuvor thun möchte. Äst es Gottes Wille, mein Sohn, daß wir noch einmal in den Besitz jenes Gemäldes gelangen sollen, so wird er dazu selbst Mittel und Wege schicke»; für jetzt müssen wir unser Begehr von diesem Gegenstände abwenden. Ver­sprich mir, Deine Betrübniß zu bekämpfen, mein Sohn!"

Julius schlug zwar in die dargebotene Hand der Mutter ein, aber fröhlich sein konnte er nicht, weder au diesem Tage der Ehre und Auszeichnung für ihn, noch in den Wochen und Monaten die ihm folgten.

65

Sechsmal kam der Frühling mit seinem Blumengefolge, das schöner gekleidet war, denn Salomo in aller seiner Pracht und Herr­lichkeit. Er fand die Wittwe des Malers jetzt mit ihren beiden Töch­tern allein, denn Julius hatte nach dem Rathe des Vormundes schon seit längerer Zeit eine Schreibestelle angenommen, da der Justizbeamte, für den er schon als Knabe oft gearbeitet, sich seiner anzunehmen und ihn später zu versorgen versprochen hatte. Nur an den Sonntag- nachmittagen suchte er seine Lieben auf, und jedesmal stand Waldine dann schon auf ihn wartend an der Thür. Wie er ihr sonst imnicr etwas mit »ach Hause gebracht hatte, als sie noch ein Kind war, so hielt sie jetzt stets eine kleine Ueberraschung für ihn bereit. Bald eine schone Topfpflanze, die sie heimlich gepflegt und zur Blüthe ge­bracht, denn sie kannte ja des Bruders Vorliebe für Blumen, oder sie hatte eine saubere Reinschrift gemacht und erfreute ihren ehemaligen Lehrer durch die großen Fortschritte in der Calligraphie; zuweilen hatte sie sich auch gar darin versucht, dem guten Julius eine Schüssel Milch mit Schneebällen, oder eine Erdbeerkaltschale zu bereiten, zu der sie selbst die Beeren im Walde suchte, und ihr rosiges Gesichtchen

Saat lind Ernte. r;