falteten sie ineinander und beteten leise ihr:Ach, bleib' bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist."

Der Fink auf der alten Kirchhoftanne war schon längst verstummt und die Sonne hatte sich so rasch hinter eine Wolke am Rande des Himmels zurückgezogen, als ob sie sich vor dem Abendstern verstecken wolle, der mit hellem Auge an der blauen Wölbung heraufstieg. Jetzt wurde es auch ziemlich kühl, und diejenigen der Mädchen, welche kein Schuhwerk an den Füßen hatten, fingen an, sick unbehaglich zu füh­len im feuchten Grase.Geht nur in Gottes Namen heim," meinte Margareth,ich will wohl allein fertig werden, und beim Aushängen der Kränze muß doch der Vater das Beste thun. Ihr sollt morgen schon zufrieden mit mir sein!"

Das waren die Andern schon jetzt; denn fast Jede hatte daheim etwas Dringliches zu thun; entweder war das Confirmationskleid an- zuprobiren, das der Schneider wohl indeß gebracht haben würde, oder die Großmutter, ein Oheim, wohl auch eine Frau Muhme wurde zum morgenden Festtag als Besuch erwartet, und da wurden daheim Kuchen gebacken und allerlei vorbereitet zum Empfange der Gäste. Noch Andere hatten den sogenannten Abbitlegang noch zu thun, d. h. sie mußten nach althergebrachtem Brauche zu den Befreundeten, Nach- baren und Pathen, um sich Verzeihung für Alles zu erbitten, was sie mit oder ohne Wissen und Willen sich gegen diese hatten zu Schul­den kommen lassen.

So trennten sich die Confirmandinnen also mit treuherzigem Händeschütteln, und sahen im Vorbeigehen in die offenstehenden Fen­ster der Schulstube mit einer, ihnen selbst unverständlichen Wehmuth hinein; hatten sie doch heute zum Letztenmale auf den Bänken dadrin- nen gesessen, zum Letztenmale die große, schwarze Wandtafel, und daneben die alte, verblichene Karte von Europa gesehen, und alles Letzte hat eine herbe Beimischung. Wie ungeduldig hatten sie oft

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