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andere Ecke des weichen Plüschsophas gedrückt, die eine mit einem Buche in der Hand, von dem sie gar nicht aufblickte, die andere an einer haarfeinen Stickerei arbeitend. Beide aber waren so gänzlich in ihre Beschäftigung vertieft, daß sie sich nicht im Geringsten um ein kleines Mädchen von vier Jahren kümmerten, das auf dem großen Teppich vor dem Sopha saß und eifrig bemüht war, die großen, farbigen Blumen des Teppichs auf ihrer Schiefertafel nachzumalen.
„Sehen Sie doch, Mademoiselle Baillent, meine Rose, wie hübsch sie geworden ist. Wenn ich sie doch an Mama schicken könnte!" rief die Kleine mit der süßen Selbstzufriedenheit ihres Alters aus und warf einen strahlenden Blick auf die unglückliche Copie der sammtnen Rose am Boden, die jedes unbefangene Auge eben so leicht für einen Luftballon, oder für eine Erdrllbe gehalten haben würde.
„Ob, qu’elle est mecliante, cette petite Claire!“ murmelte die Angeredete, und streifte hastig die kleine Hand ab, die sich auf ihre Knie gestützt hatte.
Claire verzog ein wenig die Lippen, als ob sie weinen wolle, aber sie besann sich eines anderen. Leise stand sie vom Boden auf und ging an die andere Seite des Sophas. „Bitte, Miß Alice, wie macht man Blätter an eine Rose?" sagte sie mit einer so lieblichen Stimme, daß die emsige Stickerin nicht umhin konnte, zu ihr aufzublicken und ihr flüchtig liebkosend das Gesicht zu streicheln.
„l have no time!“ antwortete sie dann auf die Bitte des kleinen Mädchens und arbeitete sogleich weiter.
Claire machte ihr traurigstes Gesicht; sie ging langsam an das andere Ende des Zimmers, wo ihr Puppenschrank stand. Beim Vorübergehen warf sie einen sehnsüchtigen Blick durch die Glasthür in den einsamen Garten hinaus. Zwar färbten sich die hübsche» Blätter der Kugelakazien, welche dicht an der Thür standen, schon gelb, aber in dem hohen Strauchwerk, das im Frühjahr so schön geblüht hatte,

