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hingen prächtige rothe Beeren, und der Rasen war noch so schön grün; Clara wäre gar zu gern noch ein wenig draußen herumgesprungen. Aber ihre beiden Gouvernanten, die Engländerin wie die Französin, hatten Beide einstimmig erklärt, es sei heute viel zu kalt für sie im Garten, und das mußte wohl wahr sein, denn die beiden Damen waren sonst nicht leicht einer Meinung.
Clara war nun in der übelsten Laune, denn sie empfand Langeweile, und das verwöhnte Kind hatte im Augenblick Niemand, der sich herbeigelassen hätte, sie zu unterhalten, oder mit ihr zu spielen. Aus bloßem Unmuth zerbrach sie ihre Pariser WachSpuppe, ein Geschenk von Mademoiselle Vaillent, und nun regnete eS Schelte von der Gouvernante. Clara weinte bitterlich, legte ihr Köpfchen an den Puppen- schrank und jammerte leise: „Ach, Mama! wenn doch meine liebe Mama bald wieder käme!"
Aber die Mama war von den Aerzten schon vor Anfang des Herbstes nach Italien geschickt worden, um in dem wärmeren Klima gesund zu werden und kam vielleicht erst in einem oder zwei Jahren wieder. Die kleine Clara hatte die Mama aber nicht begleiten dürfen; der Arzt hatte streng befohlen, daß die Kranke Ruhe hätte, und Kinder sind keine bequeme Reisegesellschafter. So mußte sie denn bei der Großmama zurückbleiben, und zu gleicher Zeit kamen zwei Gouvernanten an, um die Erziehung des kleinen Mädchens zu übernehmen, und ihr durch den täglichen Umgang die fremden Sprachen schon früh geläufig zu machen. Die beiden Damen waren berühmte Lehrerinnen, ^ aber sie hatten kein rechtes Herz für ihren neuen Pflegling, der weder
besonders liebenswürdig, noch sehr geweckten Geistes war. Die Großmama allein überschüttete ihren Liebling mit Zärtlichkeit, aber die lag jetzt krank darnieder an einem bösen Gichtanfall, und die Kleine war daher gänzlich den beiden Damen überlassen, von deren Sprache sie noch wenig oder nichts verstand.

