doch ein großer Vorzug, gesunde Glieder zu haben, wie wir bei dem guten, alten Schulmeister lernten:

Wir haben Suppe, haben Brod,

Und viele Arme leiden Noth.

Wir sind vergniigt und sind gesund,

Und viele sind doch krank und wund.

Du lieber Gott, nimm unsern Dank,

Daß wir gesund sind und nicht krank!

Am ander» Morgen weckte Posaunenklang die Langschläferin: Nun danket alle Gott," wurde auf dem Kirchplane geblasen, dann läutete» die Glocken das Fest ein. Kunigund wurde ganz andächtig gestimmt dabei, und vergaß darüber die Sorge um das fadenscheinige Aussehen ihres schwarzen Abendmahlskleides. Die Base hatte ihr noch kein neues gegeben, es war nur verlängert und erweitert worden.

Jetzt gingen schon einzelne Leute in lie Kirche, und bald fuhr auch Kunigund in einer stattlichen Kutsche dahin, denn Adelheid konnte ja nicht so weit gehen, und schämte sich auch der Krücke zu sehr. Auf dem Kirchplan wurde sie sogleich von Bekannten umringt, da ging es nun an ein Händeschtttteln, ein Fragen und Antworten, denn Kunigund war ja schon seit drei Jahren aus Schbmväldchen fort. Es dauerte gar nicht lange, so waren sie alle beieinander, die zusam­men den Tanfbund beschworen hatten; nur die Annliese fehlte, die lag in ihrem frühen Grabe, und die Perle der jungen Mädchen: Margaret!)!" Niemand wußte recht, wo die jetzt wäre. Die Eine wollte wissen, sie sei mit einer Herrschaftin's Frankreich" gereist; eine Andere meinte jedoch, müsse ihr wohl nicht sonderlich gut gehen, weil sie gar nichts von sich hören lassen. Als sie noch so standen und schwatzten, kam der Schullehrer, der jetzt Eantor titulirt

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