unter dem Schutt begraben. Das fürstliche Elternpaar wurde aus der Oper Heimgerufen, und man war eben mit den Anstalten beschäftigt, die Rettung der Verschütteten zu versuchen, als Claras und Mar- gareths Erscheinung den Schmerz in Freude und Dank verwandelte.
Selbst Margareth ward in die Umarmung der freudebebenden Mutter gezogen, und der Fürst reichte ihr die Hand mit den Worten: „Wahrlich, Gott ist sichtbarlich mit Dir! Du bist der gute Engel unseres Kindes; fordere von mir, was Du immer willst, ich werde es Dir mit Freuden gewähren, aber weise auch den Dank eines glücklichen Vaters nicht zurück!"
Da bat Margareth um einen bescheidenen Altarschmuck für das liebe, kleine Kirchlein ihres Heimathdorfes!
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In der Hofkapelle wurden viele Jahre später die Vorkehrungen zur Vermählung der Fürstin Clara mit dem Regenten eines Nachbarstaates getroffen. Da war freilich ein größerer Aufwand von kostbaren Stoffen und von Silbergeräth zum Altarschmuck, als im Kirchlein zu Schönwäldchen, da die jungen Confirmandinuen es mit Immergrün und Bärenklau ausputzten, und hin und wieder ein schmales Seideuband einflochten. Aber Gott siehet ja nur das Herz an, er wägt die Opfer der stiebe nicht nach Menschenart; findet doch auch das ärmste Wittwenschärflein Gnade vor seinem Auge und ist hoher geachtet, als die Gaben der Könige.
Ein Sängerchor stand wartend bereit. Jetzt brauste die mächtige Orgel unter einer kunstgeweihtcn Hand, und der festliche Zug trat in die Capelle. An der Seite ihres fürstlichen Verlobten, eines edlen Mannes, ging die Braut, nicht mit der Krone äußerlicher Schönheit, aber mit dem unvergänglichen Zauber innerer stiebenswürdigkeit geschmückt. Sie sah demüthig aus, wie das ächte Glück die guten Men-

