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Es muß wohl mit der Schloßfrau heut besser gehen, dachte sie, denn da sieht es ja so hell und lustig aus. Das wird der Mutter lieb sein zu hören, denn sie sagt, unsre Frau Baronin sei cngelsgut, und wir verlören alle an ihr, wenn sie stürbe. Aber der gnädige Herr — nun man soll Niemand Böses nachreden! Und gar das Fräulein Hortense, wenn der die Mutter stürbe, wie traurig wäre das. Ach, keine Mutter haben, das muß gar zu schrecklich sein. „Lieber Gott," fuhr das kleine Mädchen jetzt mit lauter Stimme fort, und faltete dabei die Händchen auf der Brust, „ich will ja gern all' mein Lebtag Holz suchen im Walde, oder Beeren und Pilze, und nur ein klein Stückchen Brod zum Abend essen, obschvn mir's immer so prächtig schmeckt; ich will gern zufrieden sein mit meinem dünnen Röckchen und mit unserer kleinen Hütte, obgleich sie so schlecht ist, daß im Winter der Schneestaub durch alle Ritzen herein dringt, nur laß mir meine liebe Mutter am Leben, guter Gott, und gieb, daß ihr krankes Bein bald wieder heil wird, damit sie nicht so viel Schmerzen auszustehen hat. Die kranke Frau da drüben im Schlosse, die hat freilich gute Pflege und der Doctor aus der Stadt kommt alle Tage in einer schönen GlaSkntsche zu ihr gefahren, die kann schon gut wieder gesund werden! Aber meiner armen Mutter hilft Niemand, als Du, lieber Gott; um die steht es schlimnier, denn es fehlt ihr manchmal sogar an ein wenig alter Leinwand, zu Binden und Char- pic auf ihr krankes Bein, und sie muß bei allem Schmerz noch herum- humpeln und Tag für Tag am Waschfaß stehen, wenn sie etwas verdienen und ihre Kunden nicht verlieren will. S'ist nur ein wahres Glück, daß ich jetzt groß genug bin, um wenigstens das Holz aus deni Walde herbeizuschaffen, denn das würde der Mutter gradezu unmöglich sein. Nun, mich soll gewiß so leicht keine Mühe verdrießen, und wenn die Mutter mir.nur am Leben bleibt, so ist mir das
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