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viel, viel lieber, als wenn mir Jemand das große, schöne Schloß da drüben schenkte, und noch viel Geld und Gut dazu."
In diesem Augenblicke empfand sie plötzlich einen leichten Schlag auf der Schulter, und als sie sich erschrocken umwendete, stand das kleine Fräulein vom Schlosse hinter ihr und sagte lachend: „Du bist wohl mondsüchtig und plauderst im Traum! Es wird Dir Niemand ein schönes Schloß schenken, darüber beruhige Dich nur; Du würdest auch keinen Gebrauch davon machen können, denn solch ein kleines, dickes Schloßfräulein mit krebsrothen Händen und sonnverbranntem Gesicht, hat es wohl noch niemals auf der Welt gegeben. Wer bist Du denn eigentlich?"
„Ich bin die Leonore und meine Mutter heißen die Leute gemeinhin nur die Waschchristine; aber mein Vater war eigentlich ein Maurer und hieß Freiberg. Nun ist er grade sieben Vierteljahre todt!"
„Ei, sieh' doch," lachte Hortense spöttisch, „gar ein Maurer! Nun, wenn er am Leben geblieben wäre, so hätte es doch am Ende mit dem Schlosse Ernst werden können. Wer weiß, ob er Dir nicht ein's gebaut hätte!'"
Leonore nickte bedeutsam mit dem Kopfe. „Der Herr Schul- lehrer sagt: Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser! Nun,
ein Häuschen wenigstens haben wir schon, wenn auch nur ein ganz kleines, und wenn der Vater noch am Leben wäre, so hätte er es wohl längst ausgebessert; er verstand sich ja darauf, aber uns fehlt eö dazu am Gelde."
„Hast Du denn schon einmal ein Schloß gesehen? ich meine inwendig, die Stuben und Treppen und Säle?" fragte Hortense.
„Nein, die Herrschaft, der das Schloß da drüben früher gehörte, hatte keine Kinder und wohnte auch alle Jahr kaum ein paar Wochen hier, dann wurde die große Thür zugeschlossen und nur der alte, taube

