Feindschaft von einander geschieden, um ein kleines Erbgut, und daher glaube sie bestimmt, daß der reiche Mann sich niemals um seine Fa­milie kümmern werde. Wisse sie doch nicht einmal, ob sie dem reichen Ohm ihre Leonore an's Herz legen solle, für den Fall, das der liebe Gott sie abriefe, ehe diese im Stande sei, sich ihr Brod selbst zu ver­dienen.

Hirsche! schüttelte dazu den Kopf, daß sein schneeweißer Bart zitterte und dachte in seinem Sinn, daß es doch unter dem Christen­volke gar zu wunderliche Leute gäbe. Aber wem nicht zu rathen sei, dem sei auch nicht zu helfen, und daniit steckte er den kleinen Rest Zwiebel, der ihm von dem einfachen Abendmahl übrig geblieben war, wieder in den Sack zu dem alten Bruchmetall, trug ihn dann selbst hinauf in die Kammer, wohin Leonore ihn führte und der Mond ihm durch niehr als eine Lücke in dem schadhaften Schindeldache leuchtete. Dann legte er vorsorglich den Kopf auf seine unscheinbare Habe, noch unter dem Einschlafen ängstlich nach ein paar großen Erdäpfeln füh­lend, die in dem alten Sacke befindlich waren, und in die er mehrere werthvolle alte Goldmünzen versteckt hatte, die er kurz zuvor einge­handelt. Dabei murmelte er vor sich hin:Sie könnten reich werden und es gut haben, und essen trockenes Brod und lassen sich die elende Hütte über dem Kopfe zusammen fallen. Wie thöricht, wie thö richt!"

Es siel ihm nicht ein, daran zu denken, daß auch er freiwillig Entbehrungen und Mühsal aller Art auf sich nahm, nur aus einem andern Grunde, wie die arme Waschfrau. Er hungerte und fror, und setzte sich dem Spott oder der Härte fremder Leute aus, um einige Pfennige zu ersparen, damit nur sein Schatz täglich mehr anwachse; denn Hirsche! war ein reicher Mann. Die Wittwe aber, die es ver- schmähete, um die Brosamen des Mitleids zu bitten, die der reiche Oheim vielleicht für sie von seinem Tische hätte fallen lassen, nahm

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