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benommen, bann gehen Hortenses Lehrstunden an; wenn Du densel- ben acht Tage hinburch beigewohnt haben wirst, dann sollst Du Dich barüber entscheiden, ob Du für längere Zeit daran Theil zu nehmen 9 . wünschest, und ich werde Dir das gern gestatten. Nach dem Unter­

richt spielt ihr Kinder miteinander; Du bist natürlich über Mittag unser kleiner Gast, kannst aber gegen Abend heimgehen, wenn es Dir gefällt."

Ach, das wird doch nicht sein können," meinte Leonore bedenklich, und ihr noch kurz zuvor so freudestrahlendes Gesicht trübte sich. Wann sollte ich denn für die Mutter Holz holen?"

Ich habe Dir ja schon gesagt, daß ich das nicht mehr leiden will," rief Hortense ungeduldig.Papa schickt Euch einen großen Wagen voll Holz, wenn ich ihn darum bitte. Denkst Du, er schlägt mir solch' eine Kleinigkeit ab?"

Leonore sah das kleine Schloßfräulein erstaunt und zweifelhaft an. Einen ganzen Wagen voll Holz? Das kam ihr doch gar nicht wie eine Kleinigkeit vor; wie lange mußte sie über einen einzigen Bund Reisig sammeln, wie viele Male sich bücken, um ein paar dürre Zweige. Aber sie sah ja hier so Vieles, wovon sie sich bisher nichts hatte träu­men lassen, und so malte sie sich in Gedanken die Freude der Mutter Christine aus, wenn ihr kleiner Holzstall plötzlich gefüllt würde. Aber war sie dann nicht fast den ganzen Tag allein, die arme Mutter, während ihre Leonore auf dem Schlosse lernte und spielte. Wer er­heiterte sie denn bei der Arbeit durch sein lustiges Lachen?Und soll ich denn Fleisch essen alle Tage, indeß die Mutter daheim nur Mehl­suppe und dicke Grütze hat?" dachte Leonore, und man konnte ihr die Betrübniß darüber ordentlich vorn Gesicht ablesen.

Die Baronin verstand sogleich, was in dem Herzen des guten Kindes vorging und sagte gütig:Sonntags kann Deine Mutter ihr Mittagessen auch aus der Schloßküche holen."