halten, daß ihr Vater so unverzeihlich an ihr gehandelt, indem er sein ganzes Vermögen verschleudere und seine einzige Tochter dem Mangel preisgäbe, die nur an Neberfluß und Wohlleben gewöhnt war; eS schien ihr völlig unmöglich, daß sie, das verwöhnte Kind des Glücks, von ihrer stolzen Höhe herabgeschleudert werden könne, und sie antwortete daher auf Leonors vorsichtige Andeutungen immer nur mit einem Lächeln, indem sie sich mit der Hand über die Stirn strich, als ob sie ein widerwärtiges Traumbild verscheuchen wolle.
Endlich aber wurden Leonors Vorstellungen doch so ernster Art, daß sie dieselben nicht mehr so leichthin abweisen konnte. In drei Tagen war der Termin zum Verkauf des Gutes anberaumt, und dann konnte man jeden Augenblick gewärtig sein, daß der neue Käufer von Schloß Oppoto Besitz nehme.
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vorkam, mit Besuch überfüllt war, und so fand sich auch noch jetzt eine vollständige, wenn gleich äußerst einfache Einrichtung darin vor. Der Justizrath, ein trockner Geschäftsmann, fand, daß alles dies für Hortensens Ansprüche genüge, und daß sie unter dem Schutz der bewährten Dienerin ihres elterlichen Hauses, der guten alten Wirth- schafterin, so lange in dem Schweizerhause wohnen könne, bis ihr Vater anderweitige Anordnungen für sie zu treffen im Stande wäre.
Wie schon vor Hortensens plötzlicher Erkrankung alles Silber- geräth und die theuren Racepferde sammt Wagen und Geschirr fortgeschafft worden waren, uni nur die dringendsten Gläubiger zu befriedigen, so wurde nach und nach auch das sämmtliche sehr kostbare Mobiliar des Schlosses verkauft, und der Lärmen, den die Tischler verursachten, die alle diese Dinge in Kisten und Stroh verpackten, damit sie an die verschiedenen Käufer versendet werden könnten, drang bis in die Krankenstube.
Anfänglich hatte Hortense es nur für einen wüsten Traum ge

