Hortense geriet!; aber bei dem Borschlag, sie noch vorher in das Schweizerhaus zu bringen, in eine so gewaltige Aufregung, daß man einen Rückfall ihrer Krankheit befürchtete.

Vergebens sprach die verständige Frau Frese ihr zu, umsonst bat Leonor, daß sie sich doch in das Unvermeidliche fügen solle; zwei Tagen vergingen, in denen Hortense abwechselnd in kindische Thränen oder in zügellose Heftigkeit ausbrach. Endlich am dritten wurde sie ruhiger, vielleicht weil die körperliche Ermattung sie überwältigt hatte. Sie verlangte nun selbst aus dem Schlosse fort, aber nicht in das Schweizcrhaus, sondern in Mutter Christinens kleines Häuschen, damit sie nur nichts hören und sehen dürfe von den neuen Schloßbewohncrn. Der Papa werde sie ja ohnehin nicht lange in dieser Gegend lassen, die ihr jetzt völlig verhaßt sei, und Leonor könne ihr schon so lange Gastfreundschaft beweisen. Gegenvorstellungen nahm sie gar nicht an, und so hielt man es zuletzt für das Beste, die eigensinnige Kranke

in eine veraltete Glaskutsche zu packen, die schon längst außer Ge­brauch war, um sie zu bringen, wohin sie wünschte. Da man dazu eine Abendstunde benutzte, um unnöthiges Aufsehen zu vermeiden, so bemerkte Hortense nicht, daß ein paar schlechte Pferde in Ackcrge- schirren dem Wagen vorgespannt waren; sie schien zufrieden damit, daß derselbe innen mit verblichener Seide und farbigem Corduan aus- geschlagen war. Der alte Diener saß dabei auf dem Bock und öffnete seinem gnädigen Fräulein mit einem so tiefe» Bückling den Schlag, als ob die Tage des Glanzes noch für diese bestünden; aber es war sein letzter Dienst und obenein geschah er freiwillig, denn Franz war schon seit mehreren Wochen außer Brod und Lohn, und hatte es nur noch nicht über's Herz bringen können, die Tochter seines Herrn zu verlassen. Sein Bruder, der Krämer, hatte ihn, ein Stübchen ange­boten, bis sich ein passendes Unterkommen für ihn fände.

Bluter Christine hatte in aller Eile ihr kleines Stübchen geräumt,