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wohnt gewesen, ans Andere Rücksicht zu nehmen. Das Unglück hatte auch jetzt sie nur erschreckt, an ihrem Wesen jedoch nichts geändert.

So vergingen zehn Tage, und Frau Frese fing nun an, unruhig darüber zu werden, daß Hortense »och immer keine Miene mache, die­sen Versteck zu verlassen, da doch ihre Gesundheit sich täglich mehr befestige. Es konnte doch unmöglich ihr Ernst sein, in der kleinen Hütte zu überwintern, in der es, wie die gewiegte Haushälterin mit großem Schmerz empfand, nicht einmal eine ordentliche Küche gab. Sie hatte Mutter Christinen inimcr für eine brave und ehrenhafte Frau gehalten, aber daß sich kein Casieroll, kein Schaumlöffel, nicht einmal ein Eicrkuchentigel in ihrer Wirthschaft vorfand, konnte sie ihr doch kaum vergeben. Die alte Wirthschafterin hatte ja von ihrem Berufe einen so hohen Begriff, daß es ihr wie Barbarismus vorkani, in vielen Dingen, die in dies Fach schlugen, auf gänzliche Unwissen­heit bei Mutter Christinen zu stoßen. Das hatte sie, die fast ihr ganzes Leben hindurch nicht viel aus der Schloßküche und dem Speise- gewölbe herausgekommen war, gar nicht für möglich gehalten.

Nun, die arme Frau soll wenigstens einmal hören, wie es in einer ordentlichen Küche aussieht," sagte sie eines Tages und stieg mit vieler Würde die acht steilen Stufen zu Christinens Kammer hinauf.

Diese hatte eben Wäsche gesteift, und ein Waschfaß mußte erst bei Seite geschasst, so wie einer aufgespannten Leine eine andere Rich­tung gegeben werden, ehe Frau Frese für sich und ihre wichtige Mit­theilung Raum finden konnte. Ach, und kaum war all diesen Hin­dernissen abgeholfen und sie wollte eben mit vieler Herablassung das Gespräch einleiten, als Franz seinen Kopf durch die Thür steckte und in großer Aufregung sogar den üblichen Gruß vergessend hereinrief: Eben ist ein fremder Wagen in den Schloßhof gefahren, ein jäm­merlicher Einspänner, und doch muß wohl der neue Gutsherr darin