gesehen haben, denn ich sah den Amtmann in aller Eile mit dem großen Schlüsselbunde über den Hof kommen und sich unter Weges den Staub vom Rock abklopfen, denn er war eben beim Gelreidefegcn gewesen. Was für eine Sorte Herrschaft werden wir nur da in Op- poto haben? Nun, es kann nnS im Grunde ganz gleichgültig sein, wär's nicht um des gnädigen Fräuleins willen, die ihr schönes Vaterhaus möglicherweise in schlechte Hände kommen sehen muß. Sie verstehen mich schon, Frau Frese, ich meine so etwas von einem Kornwucherer, oder etwas von der Art. Fräulein Hortense hat es freilich nicht immer darnach gemacht, daß man ein recht warmes Herz für sie haben könnte, aber sie ist doch einmal unsres gnädigen Herrn einzige Tochter und deshalb spionir ich nun schon seit drei Tagen um das Schloß herum."
Die Haushälterin winkte mit der Hand nach der unteren Stube, damit der alte Franz leiser reden solle, um von Hortensen nicht gehört zu werden-
„Suchen Sie erst Näheres zu erfahren, ehe wir das Fräulein damit beunruhigen," sagte sie, „und wenn es etwas Gutes ist, so kommen Sie nur gleich hierher, ohne sich an Zeit und Stunde zu kehren. Vielleicht hat Jemand das Gut gekauft, der es gleichwohl nicht zu bewohnen gedenkt; dann hätte ja Fräulein Hortense keinen Grund das Schweizerhaus so hartnäckig zu verachten." Franz versprach es mit einer Bewegung des Kopfes und schlich sich wieder aus der Thür.
Bald darauf konnte nian die Klingel Hortensens hören und die Haushälterin mußte auf ihren Posten zurückehren, ohne Christincns Begriffe über das, was eine ordentliche Küche zu bedeuten habe, aufklären zu können. „Ich wünsche, daß Sie hier vor meinem Sopha den Thee bereiten und unsre Hausgenossen dazu einladen;" sagte Hortense in einem Anflug von guter Laune. „Mein Hofstaat hat sich
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