wird wiederkommen zu guter Stunde, und an dieser seiner Hand wird gehen seine kleine Freundin in das große, schöne Schloß."

Leonor und ihre Mutter hatten den alten Mann in Gottes Na­men reden lasse»; so groß tvar ihr Staune» gewesen, daß sie alles Andere darüber vergaßen. Hortense aber saß blaß wie eine Leiche in ihren Kissen und Frau Frese suchte erschrocken das Büchschcn mit dem Riechsalz herbei, schlug zwischen durch einmal um das andere die Hände in einander über die Zeichen und Wunder, die doch noch auf der Welt geschähen, und wußte nicht, ob sie nicht laut einstimmen sollte in die rührende Freude des alten Handelsjuden.

Indessen hatte Leonor sich auch gefaßt, und auf Hortense zu­eilend, kniete sie au den Polstern des Sophas nieder und sagte mit großer Innigkeit:O, nun kann ich dankbar vergelten, was ich im Schlosse Gutes erfahren habe, von Kindheit an; Sie müssen wieder dahin zurück, Ihre früheren Zimmer wieder bewohnen, Mutter Chri­stine und ich, wir werden Ihnen so wenig als möglich lästig werden. Sie sind und bleiben das Schloßfräulein und Nieniand wird es an­ders wisse». Nur so könnte ich mich des Glückes freuen, das der liebe Gott mir so ohne alles Verdienst in den Schovs fallen läßt. Sagen Sie ja, Fräulein Hortense!"

Sie antwortete nicht, aber ihr Gesicht war mit Thränen über­strömt.Nein," sagte sie endlich,in's Schloß will ich nicht wieder zurück, das Glück ist doch für mich daraus entwichen. Aber im Schweizerhause will ich nun wohne», Deine Nähe wird mir nicht störend. Dein Glück mir kein Dorn im Auge sein, denn Du hast's verdient, daß Gott alles Gute über Dich kommen lässet. Für mich ist er jetzt nur ein strafender Richter. O, meine Mutter, hätte ich doch früher an das Wort gedacht, welches Du mir so oft sagtest: Wir sollen besitzen als besäßen wir nicht!" Und von Neuem stützte sie ihren Kopf in die Hand und weinte still und leise.

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