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Kleinigkeit, die zur Bequemlichkeit rer Kranken gereichen kenne und an meine Zaghaftigkeit, der sie mit den kräftigsten Trostworten der heiligen Schrift zu Hülfe kam. Kranken Pflegen ist eine ächte Frauen- kunst; unter zehn, die sich derselben rühmen, verstehen sie oft kaum zwei zu üben. Ich möchte, daß ich es recht verstehen lernte, was Kranken wohlthuend sei!
Das Schulexamen ist glücklich vorübergegangen, aber meine Schulzeit ist noch nicht beendet. Meine Eltern sind der Meinung, daß ein Mädchen von vierzehn Jahren noch nirgend anders hingehöre, als in das Unterrichtszimmer und höchstens in die Küche zur Unterstützung der Mutter. In diesem Aller fange man erst an, zu verstehen, was Lernen sei und was es mit Kentnisseu auf sich habe. Ich bekomme täglich drei Stunden, abwechselnd Geschichte, Literatur, deutsche Ausarbeitungen, Französisch und Naturwissenschaften, von derem hohen und allgemeinen Nutzen mein Vater ganz besonders durchdrungen ist. r
Er meint sogar, daß kein Zweig des Wissens für das weibliche Geschlecht wichtiger wäre, als den Theil der Naturwissenschaft, den man Naturlehre oder Physik nennt. Bei allen Arbeiten der Hausfrau, in Küche und Keller, oder im Waschhause seien derlei Kentnisse vom hoch, sten Nutzen, weil man aus den allgemeinen Naturgesetzen folgern könne, wie einzelne häusliche Geschäfte verrichtet werden müßten, und warum diese oder jene Arbeit mißlungen sei. Er bewies mir das mit einem kleine» Experiment, indem er eine Flasche mit. Himbeersaft füllte und den Pfropf so tief hineintrieb, daß zwischen der Flüssigkeit und dem Kork auch nicht die kleinste Entfernung blieb. Die Luft, ^
welche sich zwischen Beiden befand, ließ sich nun nicht mehr zusammendrängen und die Flasche zersprang. „So," sagte der Vater, „werden Oefen zersprengt, wenn ein zu stark qualmendes Feuer in demselben angezündet wird, und die in den Schornstein führende Röhre den Qualm nicht schnell genug ableiten kann."

