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nach Hause. Das schöne Gebäude selbst, der kolossale Kronleuchter von Steinpappe, der eine blendende Helle verbreitet über die reichen Vergoldungen und Malereien, den Sammt und die Schnitzarbeiten, die Musik, kurz, alles dies wäre schon hinreichend gewesen, niich zu ent- zücken; aber als sich der Vorhang hob und ein großartiges Ballet mit entzückend schönen Gruppen sich vor meinen Augen entfaltete, da war ich vollständig berauscht und konnte mir keinen schöneren und lohnenderen Beruf denken, als den einer großen Bühnenkünstlerin. Das Rufen und Händeklatschen des entzückten Publikums, der Beifall hoher Gäste, die sich in der Hofloge befanden, schien mir ein neidens- werther Lohn für alle Mühe, alle geistige Anstrengung. Ich saß wie träumend am Tisch und lies den Thee kalt werden, der unsrer daheim wartete, ich hatte kein Verlangen nach Speise und Trank, der Ruhn« schwebte mir vor, der Ruhm, eine hervorragende Künstlerin zu sein, denn eine solche erschien mir fast ein überirdisches Wesen. Meine Tante neckte mich über meine Verzückung, wir sie es nannte, und als ich später allein in meinem Cabinet war, mußte ich an Mathilde den ken, was sie wohl sagen würde, wenn ich ihr den Eindruck schildern könnte, den ich aus deni Theater mit hinweggenommen.

Nun erinnerte ich mich, wie wir zusammen das Leben der Miß Elisabeth Fry lasen, und zu der Stelle kamen:Sie besuchte auf den Wunsch ihrer Verwandten Drnrylane in London und sah hier zum erstenmale in ihrem Leben die Darstellung erdichteter Schmer­zen, erkünstelter Freuden. Merkivürdiger Weise wurde ihre, doch sonst so leicht erregbare Phantasie aber gar nicht davon ergriffen, und sie wünschte, daß die Vorstellung bald beendet sein möchte."Ich liebe das Theater nicht," schrieb sie dann in ihr Buch,es kommt mir alles so erkünstelt vor, daß es mir kein Zutreffe abgewinnen kann; jene Vorstellungen sind weit, weit von wirklicher Tugend und reiner Natur entfernt." So empfand das lebensfrohe 17jährige Mädchen, die