darauf freuen. Seit drei Abenden aber bleibt Mathilde bei der Kranken, mit der es leider recht schlimm geht. Papa hat schon an den Gegeral geschrieben.
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November.
Das Gras ist verdorret, die Blume abgefallen! — Wolken und Nebel ziehen über unser Thal dahin. Das ist ein trauriger Monat, denn in seiner letzten Hälfte haben wir auch die arme Luise begraben. Sie ist eingeschlafen wie ein Kind, daö die Mutter zu Bett gelegt und noch zuvor mit ihm gebetet hat. Mit gefalteten Händen lag sie da, ein glückliches Lächeln auf ihren bleichen Lippen. Sie hatte sich in den letzten Tagen so wohl gefühlt wie nie, noch an ihren Vater geschrieben und viele Pläne für das Weihnachtsfest gemacht, wobei Mathilde sie immer wieder auf die selige Bedeutung desselben hingewiesen. Ihr Vater kam erst zwei Stunden nach ihrem Tode an, und sein Schmerz war für uns Alle tief erschütternd. Er hatte nicht recht daran glauben können, daß Luise wirklich in Gefahr sei, sie war oft schon bedeutend kränker gewesen, und so hatte er noch einen weiten Umweg gemacht, um ihr aus einem großen Treibhanse die seltensten Blüthen einer südlichen Zone mitzubringen, weil sie Blumen gern hatte. Sie waren in Stroh wohl verwahrt und hatten in dem großen Wagen mit Glasfenstern nicht im geringsten von der Kälte gelitten. Nun schmückten sie Luisen's Leiche.
Das ist nun schon der zweite Todesfall in unserm Hanse innerhalb eines Jahres. Luise war noch so jung. Wenn Gott mich an ihrer Stelle zu sich gerufen hätte! Das Leben ist doch recht ernst!
Kaum war die Beerdigung vorüber und mein Herz noch voller schwerer Gedanken, daß id^och wohl nicht immer sanft und liebreich genug gegen die Kranke gewesen sei, als ich gesollt hätte, — als ein

