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uns auch wohl satt machen!" Da fuhr der Gottfried zornig auf und schrie: „Das ist einfältig geredet, Weib; den Vögeln kommen ja die Mücken und Raupen und was sie sonst zu ihrem Unterhalt brauchen nicht in's Nest hineingelaufen, sie müssen sie erst fangen und viele Wege darum machen, wie Du ja gesehen hast. Denkst Du, sie sind zum Vergnügen so viele hundert Mal hin Und her geflogen?" „Also arbeiten sie doch auch?" fragte ich und sah meinen Mann ernsthaft an; er schlug beschämt die Augen nieder, blieb noch ein Paar Minuten auf der Bank sitzen, als ob er's nicht zeigen wollte, wie ihn das Wort getroffen hatte, aber als ich hinein ging, um Brod und Milch zur Mittagsniahlzeit auf den Tisch zu setzen, stand er auf, ging unruhig hin und her, und als ich ihn zum Essen rufen wollte, war er fort. Die Sense hatte er mitgenommen, und ich sah ihn erst zur Vesperzeit wieder, aber da war die Wiese gemäht. Von der Stunde an ist der Gottfried ein anderer Mensch geworden, aber ich hab's viele Wochen lang still mit ansehen müssen, wie er früh mit der Sonne an die Arbeit ging und Abends der Letzte vorn Felde heim war, hab' ihm mit keinem Worte meine Freude über die Veränderung merken lassen, damit er darin nicht einen Vorwurf spüren möchte über sein voriges Leben, aber meinem Gott hab' ich im selben Kämmerlein unter viel tausend Thränen gedankt, wo ich auf meinen Knieen um Hülfe zu ihm gerufen. Seit der Zeit lieben wir Beide die Schwalben, der Gottfried und ich, und es wird bei uns kein Nest zerstört, wo's die lieben Thierchen auch bauen mögen."
Das ist die Geschichte von den Schwalben, die uns die gute Bäuerin erzählte; Mutter meint, sie sei des Aufschreibens wohl werth.
An den langen Abenden wird jetzt häufig Obst zum Abbacken geschält; dabei sitzen wir gemüthlich uingjben große» Tisch in der Wohnstube, Mathilde in der Regel mitten unter uns. Dabei wird Ernstes und Heiteres erzählt, ich kann mich den ganzen Tag schon

