sie oft Blut ausgeworfen, aber Rosa wollte nicht, daß ihr Vater'etwas davon erfahre. Bin ich der Vater —• was ist mit Rosa — sie sieht so blaß aus wie Elleonor, da sie im Sarge lag. Laßt mich sie auf» wecken, es ist Zeit zum Feste und sie tanzt so gern.
Barmherziger Gott! — sie ist todt!
Hier hörten die abgerissenen Mittheilungen des unglücklichen Vaters auf. Helene legte die Blätter tief ergriffen aus der Hand und umschlang dann die Schulter der Cousine. „O tanze nicht mehr so viel," bat sie weich, fast weinend, „mir ist, als ob die Geschichte der weißen Rose nur um Deinetwillen in meine Hände gekommen wäre. Auch Du hast keine Mutter, deren Auge Dich mit Sorgfalt überwacht, und Du liebst den Tanz ebenso leidenschaftlich als die Tochter des Malers, deren früher Tod ihren allzu nachsichtigen Vater in Gram und Irrsinn stürzte."
Emma antwortete nichts auf die Vorstellungen und Bitten Helc- nens; aber als sie am Abend einen unbeachteten Augenblick hatte, ging sie rasch über den Gottesacker zu dem einsamen Grabe hin und brach sich eine weiße Rose, die voll und schön aufgeblüht war. In ihrem Gedenkbuche verwahrte sie diese und vergaß nie, was sich daran knüpfte. Als sie nach drei Jahren wieder in das Pfarrhaus kam, war sie kräftig und blühend geworden, und als Helene und Klothilde dies mit Freude bemerkten, deutete sie mit der Hand nach der Gegend des Friedhofes hin, wo das Grab deS Malers lag, an dem eben wieder die schönen weißen Rosen blühten.
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