diesen elenden Handel mit Lumpen, nni eines dieser von Gott so bevorzugten Geschöpfe habe ich diese Verwundung erhalte», und wenn Du mich ansiehst, wie ich in der Livree der Armuth vor Dir stehe, so brauch ich Dir's wohl nicht erst zn sagen, daß es mir schlecht gedankt worden ist. Das kam so: Ich diente als Kammermädchen auf einem gräflichen Schlosse, weil ich das für vornehmer hielt, als wenn ich daheim mein Brod als Nätherin zu verdienen gesucht hätte, denn ich hatte immer Hang zum Hochmuth. Auf jenem Schlosse rettete ich nun mit eigener Lebensgefahr meine Herrin vor dem Verbrennen; ihr seidenes Gewand hatte Feuer gefangen, als sie vor dem Kamin stand und da ich allein mit ihr in einem abgelegenen Theile des Schlosses war, konnte Niemand ihr Hülfsgcschrci hören. Ich stürzte mich hinzu, drückte mit nieincn Händen die Flammen aus, was habe ich davon getragen? Eine verstümmelte Hand, sonst nichts. Man sagte mir, daß ich im Grunde genommen nur meine Schuldigkeit ge­than hätte und dafür würde ein Domestik bezahlt. Kurze Zeit darauf wurde ich, eines geringen Versehens wegen, an dem eigentlich nur meine lahme Hand schuld war, aus dem Dienst geschickt. Ich lag viele Mo­nate krank in einer der Hütten des Dorfes, eine arme Wäscherin hatte mich aufgenommen, aber ich mußte all' meinen ersparten Lohn, und endlich meine Kleider daran setzen, nm Arzt und Apotheker zu bezah­len und meinen Lebensunterhalt zu bestrciten. Vorn Schlosse fragte kein Mensch nach mir, nachdem die Gräfin ein für allemal ein Geld- Geschenk geschickt hatte. Was sollte nun aus mir werden? ich hatte keine Lust einen neuen Dienst zn suchen, und hätte ihn vielleicht auch nicht gefunden, denn ich war ja an der »rechten Hand gelähmt. Da schloß ich mich einer Komödiantenbande an, die im Lande herumzog und spielte die Prinzessinnen und andere vornehmen Dauien, was mir schon früher, auf deni kleinen Liebhabertheater in meiner Vaterstadt, viel Vergnügen gemacht hatte.

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