Schuld ab. Des Directors Blick traf mich durchbohrend: „Haben Sie den Stein in das Fenster geworfen?" „Nein." „Wer ist der Thäter?" „Ich bin es nicht; wer den Stein warf, wird sich sicherlich dazu bekennen." Das aber geschah nicht, und nachdem der Director seine Frage wiederholt, ohne Antwort zu bekommen, hieß er uns in einigen harten Worten, zu gehen und unsere Stuben nicht zu verlassen.
Wärst Du nur dagewesen, mich zu trösten und zu tadeln — denn eben nach Tadel sehnte ich mich unbeschreiblich. Ich dachte, man werde mich augenblicklich an die Luft setzen, aber man setzte mich aus derselben hinweg ins Schul-Carcer, wo ich Zeit zum Nachdenken hatte. Das Verhör war wunderlicher Art gewesen; man hatte vermieden, uns nach der Veranlassung des Scandals zu befragen; darin lag doch wohl ein leiser Hinweis, daß die Lehrer- Herrn Warowsky's Benehmen nicht völlig billigten. — Während meiner Haft schrieb ich an Papa; sehr demüthig, das kannst Du glauben, und da meine gute Seite ist, niemals zu lügen, suchte ich meine Schuld nicht zu bemänteln.. Die Lehrer schrieben ebenfalls. Ich war schon wieder in Freiheit, und immer keine Antwort von Papa; endlich, endlich kam der ersehnte, gefürchtete Brief. — Kaum konnte ich lesen, so heftig stieg das Blut mir empor. Du kannst Dir wohl sagen, wie der Brief war, kurz, aber sehr inhaltreich. Papa schrieb: Vorwürfe mache

