schrocken, was hast Du gethan, gelernt, gehabt? Ja, wohl erschrocken, denn auf solche Weise folgt ein Tag dem andern, und doch hat jeder eine und dieselbe Bestimmung, er soll uns besser machen.

Lebe wohl, mein liebstes Lorchen. Sage mir viel von Dir, ob Du Musik treibst und alle Deine hübschen Ar­beiten nicht vernachlässigst. Lebe wohl!

Deine Lilli.

§)ffo an Wilhelm.

Ich sagte Dir, daß ich hier bin und was mich hier­her brachte, aber nicht, wie es war, als ich anlangte, nicht, wie es ferner ging. Das erzähle ich Dir heute, und son­derbar mit der Feder in der Hand habe ich stets mehr Geduld, als irgend sonst im Leben.

In der Nacht fuhr ich ab. und erst am zweiten Tage wurden die Abendglccken geläutet, als ich in Westmalke einfuhr die stillen Abendglocken möchle man sie nennen, obgleich sie weithin tönen. Mir waren sie wie Heimath- gruß, wie ein Zeichen der Bergebung.

«K Bon 'der Reise sage ich Dir nichts, denn ein Buch

kann ich Dir doch am Ende nicht schreiben, und berichte nur, daß der letzte Theil des Weges wunderhübsch war. Schöne Kornfelder, Wald, Wiesen, kleine Bäche und Flüß-