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Baronin von Ltden an Lärchen.
Lange schrieb ich Tir nicht, theures Kind, aber uns alten Leuten geht das Briefschreiben nicht mehr so von der Hand. Habe auch in meiner Jugend wenige Briefe geschrieben, war dazumal nicht Mode. Die Wirthschaft nimmt mich sehr in Anspruch und das Eintragen in die Register, wobei mir Keiner hilft, seit Du fort bist. Könnte mir freilich ein Menschenkind dazu halten; wenn das mir aber nicht zusagte, möchte ich's nicht wieder hinausstoßen in die Welt zu neuen Mühen und Sorgen und behalten auch nicht; da bleibe ich lieber allein. Ordnung ist noch immer bei inir, und wenn ich so überall nachsehe, auf dem Hühnerhofe, in den Ställen und zur Erholung im Garten, da lacht wohl mancher über die alte Frau, die Alles in Obacht nehmen will, aber das Ergebniß ist doch, daß sie hierhin greifen kann und dorthin, und immer findet, womit Sorge von einem armen Menschenherzen zu nehmen ist. — Umfangreicher sind die Register geworden, denn die alte Faust schreibt gewaltig große Buchstaben, die Deiner kleinen Patschhand schlecht anstehen würden. Die Leute im Hause sind alle wohlauf und haben Dich gern; Dörner lacht noch manchmal gutmüthig darüber, wie er Dich bei Deinem unschuldigen Aprikosensammeln erschreckt habe. Kind, wärst Du nur hier und könntest sammeln und essen, so viel Du

