chen und in nebelvoller Ferne leichte Höhen; im Dorfe hübsche Bauerhäuser und unweit der alten Kirche das alte Pfarrhaus. Solch' wunderliches Haus sah ich noch nie — überall Ausbaue, ein Geflicke aus allen Zeiten, möchte ich sagen. Ueber das Ganze aber Weinreben, wie ausgegossen 'f
und bis über das Dach hinkletternd. Als der Wagen hielt, raffte ich mich auf, als sei ick im Traum gewesen.
Aus der offenen Hausthür trat ein Mann von etwa 40 Jahren, etwas über Mittelgröße, sonnenverbrannt und mit angenehmen, festen Zügen. „Guten Abend," sagte er ruhig und schickte sich an, mir beim Abnehmen des Gepäcks zu helfen. Eine alte Frau erschien jetzt auch in der Thür;
Herr Woldeck blickte flüchtig um und sagte: „Dabei
kann Martha doch nicht helfen; fassen Sie nur den Koffer an, ich helfe Ihnen."
Ich sagte nicht: „O, bemühen Sie sich doch nicht."
Er half mir, und ich nahm es an; es ging Alles ganz
einfach zu.
Die Sachen mußten eine enge und schiefe Treppe hinauf geschafft werden; wir lachten Beide dabei. Als wir oben waren, öffnete Herr Woldeck eine Thür und sagte:
„Hier ist Ihr Zimmer." „Nennen Sie mich -doch Du." bat ich. Den Ausdruck feines Gesichts würde ich Dir
schwerlich beschreiben können, es war ein stolzer, ablehnender. Er nickte leichthin und sagte im Fortgehen: „Dies

