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hat liebe Erinnerungen aus früher Jugend in mir wachge gerufen. Wie ein grünes» unverwelkliches Blatt werde ich fie durch mein ganzes Leben hin bewahren und will Dir jetzt davon erzählen: Nach Abgang von der Schule stu- dirte ich zuerst in Jena; ein Freund meiner verstorbenen Eltern gab mir blutjungem Studenten einen Empfehlungs­brief an einen Geistlichen mit, dessen Pfarre über eine Meile von jener Universität belegen war. Zuerst begab ich mich an einem Sonntagsmorgen dorthin. Der Weg führte über Höhen und Felder; überall in der Natur war Frische und Sabbathstille, nirgend Arbeit und die Mühe des Lebens. Rüstig, innerlich aufjubelnd schritt ich vor­wärts, nach und nach schon Kirchgängern begegnend, die iin Sonntagsputze dem Kirchdorfe zueilten. Selige, fröhliche Gedanken beschäftigten mich, welche der Zeit voraneilten, wo auch in meine Kirche andächtige, gläubige Zuhörer ein­treten würden. Ich trat in den Pfarrhof; ein sichtlich altersmüder Hund lag im Sonnenschein, stand langsam auf, mich zu betrachten, und ließ mich nach dieser Prüfung unbehindert ins Haus eingehen. Der Pfarrer trat mir im Ornat, ruhig grüßend, entgegen, nahm den Brief und sagte:Jetzt muß ich in die Kirche, nach derselben will ich lesen und hoffe, Sie bringen den Tag bei mir zu. Gehen Sie vorerst in die Küche, lassen Sie sich erquicken und folgen mir dann."