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leben könnte, in zauberhafter Abgeschiedenheit, ein Herz ganz zu erfüllen, ganz zu beglücken vermöchte, das wäre ein wundervolles Geschick, aber es ist nicht von dieser Welt; es ist ein liebliches Märchen, welches seine Lösung hier nie finden wird. Wenn die Erfüllung möglich wäre. würde das Dasein zu leicht, zu bequem sein; ohne Kampf keine Beredlung, kein Streben nach besserer Erkenntniß, wir müssen leben und leiden, um zu lernen.
Als ich Dich kennen lernte, so jung, so glückselig, sah die liebe Baronin gleich kein gutes Ende voraus. Sie sagte damals: „Lilli wird sich selber verspielen und verträumen." Das hätte leicht zu trauriger Wahrheit werden können. Du liebste Lilli.
Es giebt eine Pflanze, welche „Rühr mich nicht an" heißt, die aber eben um ihres Namens und ihrer Eigenschaft willen scherzend und aus Neugier berührt wird. Manches Menschenherz möchte auch von sich sagen: „Rühr mich nicht an," aber die neugierige, unzarte Menge wird dies niemals unterlasse». Damit tröste Dich, Du Kleine, es ergeht jedem Menschenherzen einmal so.
Was Du mit Deinen Kinderaugen gesehen hast, das war ein reines, wahres Gefühl, aber ohne Wunsch und Ziel. Niemals habe ich mir ein vereintes Geschick gedacht, ich war nur glücklich und froh und begehrte nichts mehr. Ob es nothwendig war, mir die Augen zu öffnen — ich

