um Gnade und Erbarmen sprechend. 0, wie viel kann ein Mensch dem andern geben durch das, was er weiß und ist!
Der Frühstückstisch stand gereckt unweit des Hauses unter einer Linde, diesem Baum aller Pfarrhäuser. Jetzt war ich in meinem Elemente, bereitete den Kaffee und die Butterbröde und wirthschaftete recht nach Herzenslust. Ein heiteres Lächeln flog über des Pfarrers Gesicht, dem ab und zu ein Schatten von Wehmuth folgte. Später erfuhr ich, er sei verheirathet gewesen, habe aber seine junge Frau nach wenigen Jahren verloren. Das Frühstück war durch und durch gemüthlich, meine Abreise kam dabei zur Sprache; ich fragte, ob ich für die Weiterreise Pferde im Dorfe bekommen könne? Der Pfarrer lächelte: „Sie haben mich im Haus und Garten gesehen, nicht aber an der Stelle, wo ich eigentlich hingehöre, nicht in meiner Kirche. Wollen Sie nicht bei uns bleiben und morgen dem Gottesdienste beiwohnen?" Ich schwieg bestürzt, nicht wissend, was ich thun solle, thun dürfe, was Warring gut heißen werde. Seine Geschäfte konnten in vier Tagen beendet sein, diese Zeit sollte ich, der Verabredung nach, in Stralsund zubrin-
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