Ein schönes Eisengitter gestattet uns einen weiten Einblick in den Garten; Otto und ich drückten unsere Nasen dagegen wie die Straßenbuben. Er, der den Garten schon kannte, schilderte mir, recht nach Art des Versuchers, alles Anziehende, was ich nicht sah, und nachdem ich leicht an das Gitter gerüttelt, ging ich seufzend weiter. Eine dicht ge­schlossene Hecke, die man auf einen ziemlich hohen Wall ge­pflanzt, diente als Einfriedigung. Spähend blickte ich um­her, denn ich wollte in den Garten, das war abgemacht. Endlich entdeckte ich eine Lücke in der Hecke; mit einem Satze war ich auf dem Wall, mit einem Satze von jenseits hinab in den Garten, von Staub und Gerölle gefolgt. Alles rasch wie der Gedanke des Menschen; Otto hatte kein Wort der Weisheit dazu sagen können. Aus Schrecken ver­muthlich folgte er mir schwerfälliger nach, und als wir uns Beide zu ebener Erde befanden, standen wir vor einem sehr niedlichen Mädchen, welches uns erstaunt, aber lächelnd be­trachtete. Otto faßte sich zuerst, aber natürlich, um etwas Dummes zu sagen. Er riß die Mütze vom Kopfe und sagte:Fräulein Lärchen, das ist meine Tante, die Forstmei­sterin von Warring." Der Unbesonnene! mich zu nennen, die ich, gleich der kleinsten Fürstin, im allertiefsten Jncog- uito hätte reisen müssen, und meinen armen Forstmeister nüt darin zu verflechten, der doch unmöglich die Dumm­heiten seiner Frau vertreten kann. Das junge Mädchen

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