schloß mich fest ui seine Arme und erwiederte: „Berlasse Dich ruhig auf mich, ich ehre Dein Vertrauen und werde, was Du mir gesagt, treulich bewahren. Du hast nichts zu fürchten, und ich billige Dich ganz." „Papa, sage eS ihm übermorgen; morgen möchte ich ihn noch einmal wiedersehen, aber dann nicht mehr. Wenn er Abschied von Mama nimmt, will ich nicht dabei sein. Er kann mich ja vergessen, ich weiß, das kann man; ein Jahr ist lang, und nichts soll ihn binden."
Noch lange lag ich an meines Vaters Brust, still weinend, wie ein Kind; wir sprachen beide nicht. Da klopfte es, und ich enteilte durch eine Nebenthür. — Alles war geschehen; ein Ende mußte kommen, nun war es da, und ich hatte es herbeigeführt. Reue empfand ich nicht, ein Jahr lag noch dazwischen.
Am nächsten Tage kam Schöndorf mit zwei Freunden meines Vaters zu Tische, und es machte sich so, daß ich meinen Platz neben ihm bekam. Er war natürlich völlig unbefangen, dadurch war ich es auch. Als ein Salat sehr geschätzt ward, warf meine Mutter einen triumphirenden Blick auf mich; ich sah sie bittend an, so blieb es dabei. Wäre ich eitel gewesen, die Demütbigung lag nicht fern.
Nach dem Essen bereitete ich, wie jetzt stets, den Kaffee, aber Schöndorf hatte das noch nicht erlebt. Ein Lächeln glitt über sein Gesicht; ob es dies Lächeln war — wahr-
Slti Urkanntt. 7
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