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ich nicht. Die Bedienten, welche mich ehedem als halbes Kind betrachteten, mußten wohl jetzt in mir die Dame an­erkennen, denn sie hielten die Hunde ab, sich in meinem Kleide festzubeißen; das war mir eine große Erleichterung.

Frau von Roden empfing mich sehr artig, bemerkend, ich sei gewachsen und hübscher geworden. Zu meiner Er­leichterung waren wenig Gäste anwesend und mir gänzlich nnbekannte Personen. Bei Tische saß ich zwischen einem alten, dicken Herrn und seinem Sohne; der Vater sprach nicht, weil das Essen ihm eine sehr wichtige Angelegenheit war, der Sohn, weil er sich sichtlich befangen fühlte; so schwiegen wir alle Drei, und ich war dankbar dafür. Das Eßzimmer war neu und sehr hübsch decorirt, an den Wän­den hingen alle Ahnen und Familienbilder; mir gegenüber das jüngste Portrait, Horaz, sprechend ähnlich. Ich wagte kaum hinzusehen, aus Furcht, eine Bemerkung hervorzurufen. Unwillkürlich fiel mir Geibels wunderhübsches Gedicht ein: Rührt nicht daran!" O, hätte die Welt das nicht gethan, hätte man uns ruhig und unbefangen Freunde sein lassen, vielleicht mehr, aber das wußten wir, ich wenigstens nicht; wir hatten keine Wünsche für die Zukunft, wir hielten uns nur an die Gegenwart und hätten wohl verstanden zu schei­den, wenn es hätte sein müssen.

Nach dem dritten oder vierten Gericht, nachdem ein fester Grund gelegt war, blickte mein Nachbar auf, er besah

Alt! Hihoanft. 10