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dabei in voller Unschuld: Liebe Mutter, wie muß ich denn sein, damit man mich auch einmal so lobe, wenn ich gestorben bin, und damit man dann anch Blumen­kränze auf mein Grab streue?"

Ach, liebes Fräulein, Sie wissen nicht, wie solche Reden unschuldiger Kinder einer Mutter wohl thun! Wie sehr freue ich mich, daß ich Sie kennen gelernt, und daß ich gerade an dem Grabeshügel einer edlen Mutter die Tochter getroffen habe, die ihr einst gleichen wird an Weisheit und Tugend."

Die Erzählung der dankbaren Frau verfehlte ihres Eindrucks nicht. So schlicht und ungeschminkt sie war, so sehr ging sie Julien zu Herzen. Beide weinten Thränen am Grabe der edlen Verstorbenen. Julie un­terhielt sich noch lange mit der Frau, und bat sie um gefällige Mittheilung jenes Aufsatzes von Drmme, der auf sie so vortheilhaft gewirkt hatte. Die würdige Frau verließ hierauf den Garten. Julie blieb an dem Denk­male zurück. Sie sah sich allein; die Dämmerung fing an, in nächtliches Dunkel überzugehen. Julie sank am Grabe der Mutter nieder. Tief bewegt war ihr Inner­stes; das Herz ergoß sich in Thränen. O Mutter! Mut­ter! schluchzte sie, sieh herab auf deine Tochter, und laß sie werden, was du warst. Gesündigt habe ich, daß ich mich "durch bbse Beispiele verführen ließ, mit meiner Lage unzufrieden zu sein, und nach Dingen zu streben

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