Die traurige Neberrafchung
^n dem Dorfe Linsenau — es lag in einer etwas unfruchtbaren Gegend — lebte der Landmann Herzing in dürftigen Umständen. Kärglich war sein Verdienst, und kaum hinreichend, seine kleine Familie zu ernähren.
Margarethe, Herzings Frau, besaß gesunden Menschenverstand, und ein richtiges, sittliches Gefühl. Ost wenn der Mann, gedrückt von Sorgen der Nahrung, den Muth zu leben verlor, sprach das brave Weib ihm tröstende Worte an's Herz, belebte seine Hoffnung einer besseren Zukunft, und schützte ihn vor Verzweiflung, in die er sonst leicht verfallen wäre.
Der Mutter glichen Herzings Kinder, Sophie und Johann. Beide waren verständig und gut. In Elend und Noth wuchsen sie aus, aber stets war ihre jugendliche Seele zufrieden und heiter. Die Noth zwang sie, schon in den ersten Jahren ihres Lebens den

