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D i e Leichtsinnige.
^Vchon als kleines Mädchen war Ernestine, die Tochter eines reichen Weinhändlers, sehr leichtsinnig. Ihre Aeltern suchten sie zu allem Guten anzuführen, aber Ernestine nahm keinen guten Rath an. Nicht nach dem Willen Anderer, sondern nach ihrem eigenen Kopfe sollte Alles gehen. Was sie unternahm, unternahm sie selten mit der gehörigen Ueberlegung; bei ihr entschieden augenblickliche Einfälle fast allein.
Liebe Tochter, sagte oft die redliche Mutter, der gute Mensch denkt über das, was er thun will, vorerst nach, und prüft, ob es auch recht sei. Daran muß man sich schon in der Jugend gewöhnen. Gott hat uns nicht auf die Welt gesetzt, daß wir unbedachtsam und leichtsinnig auf derselben leben, sondern daß wir bei unsern Handlungen den Verstand zu Rathe ziehen, und als vernünf- eige Wesen, als Kinder Gottes immer und überall zu Werke gehen sollen. Darum sei auch du, liebe Tochter,

