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D i e Freundliche.

herziges, liebes Mädchen war Emilie. Gleich einer frischen, freundlichen Blume stand sie da im Gar­ten Gottes, und verbreitete um sich Wohlsein und Freude. Wer sie sah, ließ gern seinen Blick aus ihrem heitern Gesichte ruhen; wer sie sprach, vernahm mit Wohlgefal­len den reinen, einschmeichelnden Klang ihrer Stimme; wer mit ihr umging, genoß der Freuden viele. In EMi­lieus Gesellschaft wurde es auch dem gedrückten Herzen leicht, fühlte man sich zufrieden und froh, erheiterte sich auch der traurigste Sinn. Nie sah man sie düster, nie mürrisch. Immer glänzte in ihrem Auge Ruhe und freu­diges Gefühl. Allgemein nannte man sie deßhalb die Freundliche.

Eine vertraute Freundin von Emilie war Hen- riette, ein gutes redliches Geschöpf. Aber ernst war ihr Wesen, still und gesetzt ihr Benehmen, oft bis zur Melancholie traurig ihr Herz. Jeder Unfall konnte sie