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Rosette liebte die Sparsamkeit, und gab für uns nöthige Dinge kein Geld aus. Konnte sie aber Jemandem mit irgend etwas dienen, so that sie es mit Freuden, und schonte dabei die kleine Casse nicht, die sie sich nach und nach gesammelt hatte.

Auch Na nette war sparsam, und der Vorwurf, daß sie auch nur einen Pfennig verschwende, konnte Nie­mandem weniger gemacht werden als ihr. Aber ihre Spar­samkeit ging zu weit und artete, statt eine Tugend zu blei­ben, in jenen häßlichen Fehler aus, den man Geiz zu nennen pflegt. Sie wollte nur immer recht viel haben, scharrte Geld und andere Dinge mit vcm größten Eifer zusammen, und scheute auch solche Ausgaben, die durch­aus nöthig waren. Kam ein armer, nothleidender Mann zu ihr, und bat sie um ein Almosen, so wies sie ihn mit verdrießlichen Blicken von sich, und rief ihm zu, daß sie ihm nichts geben könne, und daß er lieber arbeiten als betteln sollte.

Schon als kleines Mädchen verfiel Nanette in den Fehler des Geizes. Sie hatte ein eigenes Schränk- chen, in welchem sie ihre Sachen aufbewahrte. Dieses hielt sie immer fest verschlossen, damit daraus ja nichts verloren gehe. Alles, was sie zu ihrem Eigenthum machen konnte, sperrte sie in dieses Schränkchen ein, bei dem man sie oft sitzend und ihre Sachen betrachtend antraf. Näherte sich Jemand demselben, und es stak der Schlüssel darin, so lies sie gleich hinzu, und wich nicht von der kleinen Commode, weil sie befürchtete, man könnte ihr et-