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stellen! Ich hoffe, du wirst deshalb nicht böse auf mich sein.
Liebe Nanette, erwiederte die gute, sanfte Schwester, sei überzeugt, daß ich Alles, was ich heute von « dir erlitten habe, gern vergessen und vergeben will. Aber verdrängen kann ich doch nicht einen gewissen Schmerz aus meiner Seele.
Und dieser gewisse Schmerz wäre? fragte Nanette.
Ich will offen zu dir sprechen, liebe Schwester! antwortete Rosette. Du bist sparsam; das ist zu loben. Aber du übertreibst deine Sparsamkeit. Dein Herz hängt zu sehr am Gelde und an andern Dingen dieser Erde. Du scheust auch dann Ausgäben, wann sie nöthig sind, und suchst nur immer Geld und andere Sachen zusammenzuscharren, ohne daß du weder von dem einen, noch von dem andern einen vernünfiigen Gebrauch machst. Das nennt man Geiz, und das ist ein häßlicher Fehler — er ist, wie es an einer Stelle der Bibel treffend heißt, die Wurzel alles Bösen. Gott schenkt den Menschen mancherlei Güter des Lebens, und will, daß sie sich dersel- ben erfreuen. Aber sein Wille ist es auch, daß diese Güter nicht unbenutzt da liegen, sondern weise angewendet werden sollen. Wem sie Gott schenkt, soll durch sie, gleichsam äls ein Stellvertreter der Gottheit auf Erden, andere erfreuen und unterstützen, und sich dadurch jene reinen, hohen Freuden verschaffen, die aus dem Wohlthun für den Menschen hervorgehen.

