sie zu Herrn Wölmer, Rosette ist älter. Sie hat die Residenzstadt noch nicht gesehen; es ist billig, daß ich ihr den Vorzug lasse, und mich'mit der Reise nach dem Riesengebirge begnüge. Dem Vater schien es, als thue Nanette dieses aus Großmutb gegen ihre Schwester, und lobte sie; er ahndete es nicht, daß nur Geiz und Eigennutz sie dazu angetrieben hatte.
Auch der Schwester spiegelte Nanette vor, daß sie aus Liebe zu ihr aus die Reise nach der Residenzstadt Verzicht thue, und so wußte sie oft ihrer Handlungs-
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Nanette wußte nicht sogleich, wozu sie sich entschließen sollte. Sie bat sich Bedenkzeit aus. Gehe ich nach der Residenzstadt, dachte sie bei sich, so sehe ich freilich die größte, schönste Stadt des Landes, und in ihr viel Merkwürdiges und Kostbares. Aber weiter gewinne ich auch nichts dabei. Ich verliere vielmehr. Denn meine Tante hat Kinder; diesen müßte ich auf jeden Fall etwas mitbringen, und das kostet Geld. Reise ich hingegen zum Onkel am Riesengebirge, so komme ich viel besser durch. Der Onkel ist kinderlos, ich bin daher nicht genöthigt, etwas mitzubringen, und ich bin nie bei ihm gewesen, ohne ein Geschenk von ihm erhalten zu haben; gewiß bekomme ich auch diesmal eins, und welch' ein prächtiges vielleicht! Auch kaufe ich hier mancherlei Kleinigkeiten ein, die ich am Riesengebirge mit Vortheil absetzen kann. Hab' ich doch das letztemal dabei fünf Thaler gewonnen!
Nanette war nun entschieden. Lieber Vater, sagte

