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Der Gedanke, dich zu verlieren, war schrecklich für mich. Gott half dir, und ich sing an, ruhiger zu werden. Seitdem hab' ich manches Ungemach erfahren, manche schlaflose Nacht durchwacht, und der Thränen viele ge­weint. Aber ich genoß auch manche Freude. Sah ich, wie sich bei dir, meine Tochter, eine Kraft nach der an­dern entwickelte, wie du zunahmst nicht nur am Körper, sondern auch am Geiste; o da vergaß ich darüber alle Mühe und Sorgen des Lebens, und freute mich über dein Wachsthum! Bei jeder guten Handlung, die du ver­richtetest, erheiterte sich meine Seele, und gewann dem Le­ben neuen Reiz ab. Kam ich zuweilen in das freie Feld, und sah um mich nichts als Leben, Segen und Wohlsein, über mir das reine, heitre Blau des Himmels, und in stern­hellen Nächten die zahllose Menge von glänzenden Welt­körpern, dachte ich dabei an die Ordnung, nach der sich Alles richtet, und an die Weisheit, mit der Alles geord­net ist: o da beseelte stiller Friede und innige Freudig­keit mein Herz, und ich sagte oft zu mir selbst: Der, der unsichtbar waltet, ist auch dein Gott und Vater; er wird deinen guten Willen nicht übersehen, und dich nicht verlassen! Froher ging ich dann an meine Arbeiten, ge­duldiger trug ich die Ungemächlichkeiten des Lebens, und wenn Bangigkeit sich meines Herzens bemächtigen wollte, dachte ich nur an Den, von welchem Leid' und Freude kommen, sah ich nur nach dem gestirnten Himmel, oder nach den belebten Fluren, und in meine Brust kehrten Ruhe und Heiterkeit zurück.