szucker dem lieben Großmutterchen eine Krause voll eingelegter Pomeranzen kaufen durfte, die sie ihres schwachen Magens wegen so gern ißt, da hab' ich vor lauter Glückseligkeit fast die ganze Nacht nicht schlafen können."
„Und Du würdest wohl sehr traurig gewesen sein," fuhr die Commerzienräthin fort, „wenn Dir Jemand durch Unvorsichtigkeit oder bösen Willen diese Freude verdorben hätte. Wenn z. B. Fritz ein wenig von den eingesottenen Früchten hätte naschen wollen »nd ihm dabei die Krause aus der Hand gefallen wäre u. dgl."
Margareth lächelte, als ob sie sagen wollte: aber der Fritz nascht ja nicht! Doch merkte sie wohl, daß die Tante nur beispielsweise rede, »nd sagte daher: „Gewiß würde mich das sehr betrübt haben!"
„Nun, so kannst Du Dir leicht vorstellen, wie leid es mir und meinem Gemahl thun mußte, daß uns die Freude, die wir der lieben Mama am Vorabende ihres Geburtstages zugedacht hatten, vereitelt wurde. Meinst Du nicht auch, daß es recht bös und häßlich war von dem, der es gethan?"
„Ob es aber auch wirklich Jemand in böser Absicht gethan haben sollte," meinte Margareth entschuldigend.
„Wenn es aus Unbedachtsamkeit oder Zufall geschehen wäre, so müßte der Thäter mindestens kommen und ganz einfach den Zusammenhang der Sache erklären, damit nicht ein ungerechter Verdacht auf einen Unschuldigen fiele!"
„Sehr!" antwortete das junge Mädchen, und die Augen wurden ihr naß vor Sehnsucht.
„Und Du bist gewiß immer sehr glücklich, wenn Du Deinen Lieben dort einmal eine kleine Freude machen kannst, nicht wahr?"
„O ja!" rief Margareth, und ihr Gesicht heiterte sich auf. „Wie ich der Mutter das erste Hemd bringen konnte, das ich unter Groß- mutters Anleitung genäht hatte, und als ich für den ersparten Früh-

