allerlei Studien, angefangenen Köpfen und Landschaften bedeckt waren, die keinen anderen Werth hatten, als den die Liebe der Hinterlassenen für den verstorbenen Vater ihnen verlieh. Dem Platz der Mutter gegenüber hing das einzige Gemälde von Bedeutung, und ngch ihm richteten sich wieder und immer wieder die Blicke der bekümmerten Frau, denn Herr Silberstein hatte mit seinen Worten doch Zweifel und Besorgnisse in der Seele der Wittwe heransbeschworen.Wenn er wirklich Recht hätte, wenn ich jenen Nothgroschen verlöre und die Jugend meiner Kinder schon so früh durch Sorge und Noth getrübt würde," seufzte sie. Sie faltete die Hände, und ihre bangen Ge­danken wurden allmählich zu einem flehenden Gebet.

Die Abendsonne sank indeß immer'tiefer, und die rosigen Lichter, die eben noch das schöne Bild umspielt hatten, wichen dem grauen Schleier der Dämmerung.

Wo nur die Kinder so lange bleiben?" sagte sie endlich besorgt halblaut vor sich hin. Da trat Auguste mit einem Kinde auf dem Arm in die Stube herein, das plötzlich seine Blumen aus dem Händ­chen und zu den Füßen der Wittwe niederfallen ließ.

Sie bittet um Deine Gunst, die kleine Schmeichlerin," rief Auguste mit verlegenem Lächeln,und wir bitten mit: nimm sie freund­lich auf, die Kleine aus dem Walde!"

Ja," fügte Julius hinzu, der indeß auch herbeigekommen war, wir bringen sie Dir eigentlich zum Geschenk mit, denn ich glaube kaum, daß ein Mensch kommen und sie uns wieder abfordern wird. Schwester Augustchen hat da auf einmal eine ordentliche- und Schreipuppe!"

Aber wo in aller Welt habt Ihr denn das Kind her?" fragte die Mutter erstaunt.

Sie ist so gut wie vom Himmel heruntergefallen," scherzte Ju­lius, der die seltsame Geschichte gern so spaßhaft als möglich ein-