gekleidet hätte, um die Mutter nicht zu beuuruhigeu. „Und da wir nicht einmal wissen, wie die kleine Waldprinzessin heißt, so dächte ich, wir nennten sie ohne weiteres Waldine."
Auguste erzählte jetzt der Mutter den eigentliche» Zusammenhang der Geschichte.
„Guter Gott!" rief die Wittwe, ihre Hände erschrocken zusammenschlagend, „Ihr seid da an listige Betrüger gerathen, die, auf Eure Gutmülhigkeit rechnend, das arme Kind auf schlaue Weise weggebracht haben. Nun, ich will Euch keinen Vorwarf daraus machen; wir wollen uns der Kleinen nach besten Kräften annehmen, und der göttliche Kinderfreund dort oben wird uns helfen!"
Und das kleine Mädchen sah mit großen, verwunderten Augen auf das glänzende Bild an der Wand, und streckte dann mit einem unbeschreiblich rührenden Lächeln ihre Aermchen nach der Gestalt dcS Erlösers aus. Mutter und Kinder fühlten, wie ihnen bei diesem Anblick die Augen feucht wurden.
Es war in der schönen Herbstzeit gewesen, als die beiden Geschwister in den Wald gingen und den kleinen Findling mit hineinbrachten; seitdem waren die Felder leer geworden und zahllose kleine Spinnen hatten über die Stoppeln die feinen Netze ausgespannt, um die Perlen des Abendthaus aufzusaugen. Die Tage waren kurz, und in dem Stübchen der Malerswittwe brannte schon jeden Abend die Lampe, an der sie mit Augusten fleißig nähend saß, indeß Julius für einen Juristen schrieb. Herr Silberstein war ihm dazu behülflich gewesen, wie er sich denn überhaupt als ein redlicher Freund der kleinen Familie erwies, seit die Sorge bei derselben anklopfte. Seine Voraussage hatte sich nämlich wirklich erfüllt, die Oelfabrik war zum Verkauf
an öffentlicher Gerichtsstätte auSgeboten, und Frau Winter hatte we- Saat und Ernte. h

